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Die Firma INNOVA Hahn - Haustechnik - wächst weiter und freut sich Ihnen Herr Marcel Duschek vorstellen zu dürfen. Seit dem 01. Februar 2017 ist Herr Duschek teil unseres Unternehmens, er wird die Montagearbeiten tatkräftig unterstützen.



DER MARKT WIRD INTERNATIONALER - DIE ZUNEHMENDE NACHFRAGE NACH HOLZPELLETS WIRD NICHT MEHR ALLEIN NATIONAL BEDIENT. DER IMPORT WIRKT SICH ABER PREISSTABILISIEREND AUS


Aufgrund seines Preisvorteils gegenüber fossilen Energieträgern wird der Brennstoff Holzpellets immer beliebter. Bei manchem wirft das die Frage auf, ob die Brennstoffversorgung auch in ein paar Jahren noch gesichert ist – zu akzeptablen Preisen?

HEIZKOSTENENTWICKLUNG - DEUTSCHLAND

Nur noch eine Handvoll Pellets? Nein. Es wird auch in Zukunft genug von den kleinen Presslingen geben. Nur wird man sich darauf einstellen müssen, dass Holzpellets aus der ganzen Welt kommen werden. Bild: German Pellets Die Zahl der installierten Pelletfeuerungen in Deutschland steigt kontinuierlich. Das schürt die Sorge, ob in Zukunft genug Brennstoff für alle da ist. Insbesondere, weil das Segment der Pelletkessel im Leistungsbereich über 50 kW wächst. Obwohl es 2013 nur 9000 Anlagen waren, vereinnahmen diese rund 30% des Pelletverbrauchs auf sich.

„Reichen die Pellets denn?“ Diese Kundenfrage dürfte manchem Installateur, der einen Pelletkessel einzubauen vorschlug, bereits zu Ohren gekommen sein. Immer noch kommen Pelletkessel hauptsächlich in jenen Häusern als Alternative infrage, in denen zuvor mit Öl geheizt wurde. Und diese Klientel hat eben mit den Preissteigerungen beim Heizöl schon so ihre Erfahrung gemacht. Gerade weil diese Kundschaft aber dadurch empfindlich geworden ist, ist sie für Heizsysteme, die geringere Brennstoffkosten in Aussicht stellen, besonders empfänglich. Für die Holzpelletbranche ist der Kos­tenvorteil beim Brennstoff das entscheidende Argument am Markt. Er ist ihre Stärke am Markt – und zugleich liegt in der Stärke die größte Verwundbarkeit: wenn sie den Kostenvorteil auf Dauer nicht einhalten kann. Denn die empfänglichsten Kunden sind zugleich auch die empfindlichsten, was Preissteigerungen betrifft.

VERSTÄNDLICHE SORGE

Die Sorge ist nicht unbegründet. Denn jedes Jahr kommen in Deutschland rund 20000 Pelletfeuerungen hinzu. Hinzu kommt auch, dass immer mehr Kommunen oder Gewerbebetriebe in Pelletfeuerungen investieren – gerade weil die Brennstoffkos­ten relativ niedrig sind. Ein relativ teurer Pelletkessel amortisiert sich umso schneller, je größer der Wärmebedarf ist. Die rund 9000 großen Kessel, die der Branchenverband DEPV in seiner Marktstatistik als die Anlagen mit Leistungen über 50 kW führt, benötigen bereits 30% der Gesamtnachfrage für Holzpellets am deutschen Markt. Und ihnen wird weiteres Wachstum prognostiziert. Ihnen gegenüber stehen rund 212000 Kessel, überwiegend Zentralheizungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern, auf die nicht einmal die übrigen 70% entfallen, da es in Deutschland auch noch rund 100000 installierte Pelletöfen gibt. Österreich als Indiktator

Wer in die Zukunft der Pelletversorgung sehen möchte, der blickt nach Österreich. Das Land ist neben Deutschland Leitmarkt für Zentralheizungen auf Basis von Holzpellets. Nur ist der österreichische schon sehr viel weiter fortgeschritten als der deutsche. Ein paar Daten: In der Alpenrepublik sind prozentual gesehen so viele Pelletkessel pro Kopf installiert wie in keinem anderen Land der Welt. Der Bestand an Pelletfeuerungen belief sich Ende 2013 nach vorläufigen Zahlen der Vereinigung der österreichischen Kessellieferanten (VÖK) auf rund 112000 Einheiten. Das Land hat rund 8,5 Mio. Einwohner. Deutschland konnte Ende 2013 zwar auf einen Anlagenbestand bei Pelletfeuerungen von rund 212000 Pelletzentralheizungen > 50 kW blicken und ist damit in diesem Segment in absoluten Zahlen Spitze. Doch mit über 80 Mio. Einwohnern ist es auch rund zehnmal so bevölkerungsreich. In Öster­reich sind Pellets bereits ein Massenmarkt, hier sind sie noch eine Nische.

Ein anderer Indikator dafür. In Deutschland kann noch lange nicht gesagt werden, dass Holzpelletfeuerungen Ölkessel überflügelt hätten. In Österreich ist das der Fall. Die neuesten VÖK-Zahlen zur Heizungsmarktentwicklung in Österreich, die den Absatz in 2012 beschreiben zeigen, dass Pelletheizungen auf rund 12600 verkaufte Anlagen kamen, Ölkessel weiter im Sinkflug sind (mit einem Minus von 15%) und derzeit noch um rund 5100 Einheiten pendeln.

Ein weiteres Indiz: Auch bei den Österreichern ist zwar noch Gas der Wärmefavorit, genauso wie in Deutschland. Mit 48000 abgesetzten Geräten ist die Gasheizung ungebrochen die beliebteste Heizung der Österreicher, resümiert der VÖK. Doch Pelletkessel kommen beim Absatz bereits auf ein Viertel davon. Zum Vergleich Deutschland: Hier wurden im vergangenen Jahr laut Marktanalyse des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) rund 530000 Gasthermen abgesetzt. Pelletkessel rund 14500. Anteilig an den abgesetzten Gasthermen sind das weniger als 3%.

STEIGENDE NACHFRAGE

Weswegen Österreich weiter als Präzedenzfall für die deutsche Zukunft taugt, ist die vergleichbare Pelletproduktion. Das Land produzierte im abgelaufenen Jahr rund 935000 t Holzpellets laut Branchenverband Pro Pellets Austria (PPA). Öster­reich kann sogar relativ gesehen auf größere Waldressourcen zugreifen als Deutschland: 47% der Landesfläche sind bewaldet, das sind rund 5 Mio. Hektar (ha) Wald. In Deutschland sind 31% der Fläche bewaldet, insgesamt 11 Mio. ha. In den vergangenen Jahren war die Produktion in Österreich immer höher als der nationale Verbrauch. So auch in Deutschland: Hier lag die Produktion mit rund 2,25 Mio.t 2013 auch über dem Verbrauch.

Doch der Pelletverbrauch in Deutschland nähert sich der produzierten Menge an. 2013 lag der Verbrauch erstmals bei ­2 Mio.t. Zwar wachsen auch die Kapazitäten, aber inwiefern diese tatsächlich aktiviert werden können, ist ungewiss. In Österreich war die Entwicklung im vergangenen Jahr schon deutlicher: Hier lag der Verbrauch mit rund 900000t mit der nationalen Produktion erstmals fast gleichauf. Das hatte Folgen: In Österreich übertrafen 2013 die Heizkos­ten für Holzpellets erstmals 5 ct/kWh. Die Frühjahrspreise, die traditionell die niedrigsten im Jahr sind, lagen 2013 in Österreich über dem 2012er-Niveau der Herbstpreise, die traditionell die höchsten sind. In den Monaten Oktober und November kletterte der Brennstoffpreis für lose Ware erstmals über 260 Euro/t. So hoch, dass die österreichischen Medien die Preisentwicklung zum Anlass nahmen, um sie zu thematisieren. Die Pelletpreise wurden zur Achillesferse der Marktentwicklung der Pelletbranche. Laut Pro Pellets Austria (PPA) war in der zweiten Jahreshälfte 2013 ein Installations-Rückgang zu verzeichnen. Insbesondere das vierte Quartal war schlecht. PPA-Geschäftsführer Christian Rakos wertet das als Reaktion auf die gestiegenen Brennstoffpreise. Unterm Strich wurden laut VÖK im letzten Jahr in Österreich 11000 Pelletfeuerungen verkauft. Nach drei Jahren mit wachsenden Umsätzen war die Pelletbranche damit erstmals wieder rückläufig. Ein Absatzminus von einem Jahr aufs andere von knapp 15%.

ALARMIERTE KRISENSTIMMUNG

Die österreichische Pelletbranche weiß, dass der Schlüssel zum Erfolg der weiteren Marktentwicklung die gesicherte Brennstoffversorgung bei gleichzeitig moderaten Preissteigerungen ist. Sie muss zudem kontinuierlich verlaufen und darf nicht sprunghaft sein wie beim Heizöl. Außerdem, dass der Abstand des Preisvorteils bei den Brennstoffkosten von Holzpellets im Vergleich zu den fossilen Energieträgern immer gewahrt bleibt. Genauso wie in Deutschland.

Doch das einzuhalten zweifelte Anfang 2013 so mancher in der österreichischen Pelletbranche. Weil man nicht wusste, wie streng der nächste Winter würde und wie sich zugleich die absolute Nachfrage parallel entwickelt durch neue Zubauten. Es gab ein strategisches Treffen. Ende Juni 2013 fanden sich die österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft Via Donau, der Hafen Rotterdam und Pro Pellets Austria in einem Workshop zusammen, an dem auch internationale Händler und österreichische Handelsunternehmen teilnahmen. Gemeinsam sollten die Möglichkeiten des Transports von Importpellets über die Donau untersucht werden. Gesprochen wurde dabei über die Möglichkeit des großmaßstäblichen Imports von Holzpellets aus Übersee.

PPA-Geschäftsführer Rakos beziffert die Importlücke für Österreich auf rund 500000t in den kommenden Jahren, bei gleichbleibenden Exportmengen österreichischer Pelletproduzenten. Eine solche Entwicklung ist auch für Deutschland zu erwarten.

WACHSENDE IMPORTSTRÖME

Was man sich zunächst klar machen muss ist, dass die nationale Pelletproduktion in Deutschland sowie in Österreich nicht allein im eigenen Land verbraucht wird. Es gibt bereits seit langem Export- und Importströme in Deutschland und Österreich. So exportieren deutsche und österreichische Pelletproduzenten ihre Ware nach Italien. Italien ist ein lukrativer Markt, weil er hauptsächlich Sackware nachfragt. Diese kann teurer verkauft werden als die lose Ware auf dem Heimatmarkt. Deutsche Pellethändler importieren umgekehrt günstige Holzpellets aus dem Baltikum per Schiff über die Ostsee. Auch Holzpellets fließen seit Langem nach den Gesetzen des Markts: Zu dem, der am meis­ten dafür bietet und von dem, der güns­tig anbietet. Dennoch wird in Deutschland überwiegend die Ware immer noch regional verkauft. Denn die erzielbaren Marktpreise erlauben höhere Transportkosten nicht. Dies ist auch ein gewisser Schutz der heimischen Produzenten vor Mitbewerbern aus dem Ausland.

Diese fallen aber mit steigenden Preisen relativ immer weniger ins Gewicht. Mit steigender Nachfrage und steigenden Preisen werden aus dem Ausland mehr Holzpellets in den deutschen Wärmemarkt fließen. „Bei einem Preis von gut 200 US-$/t im Hafen von Rotterdam, also umgerechnet etwa 150 Euro, und bei einem Wechselkurs, der den Preis um 30% beim Umtausch in Euro reduziert, muss ein Händler mit diesem Delta klarkommen, wenn der Preis ab Werk bei europäischen Pelletproduzenten zur selben Zeit bei bis zu 200 Euro liegen kann“, rechnet der Bioenergiehandelsexperte Ludger Spohr vor. Und das Ausland wird mehr und mehr rege.

BLICK NACH ÜBERSEE

Der US-amerikanische Pelletproduzent Georgia Biomass erhielt Ende vergangenen Jahres als einer der ersten US-amerikanischen Holzpelletproduzenten für seine Produktion das Gütezeichen ENplus in der Qualität ENplus-A1. ENplus-A1 ist das Gütezeichen für Pellets für den Endverbrauchermarkt. Georgia Biomass ist eine Tochter des Essener Energiekonzerns RWE über dessen Bio-Tochter RWE Innogy. Seit 2011 produziert Georgia Biomass in Waycross im US-Bundesstaat Georgia. Die Produktionskapazität beläuft sich auf 750000 t und es ist damit derzeit nominell das zweitgrößte Pelletwerk der Welt.

In Wismar schafft derweil ein anderer Marktriese Fakten. German Pellets, Europas größter Pelletproduzent, will in Übersee auch für den europäischen Wärmemarkt Pellets produzieren. Anfang 2013 begannen die Wismarer mit dem Bau ihres zweiten Pelletwerks in den USA. „Wir werden die Werke in den USA nach ENplus zertifizieren“, sagt Unternehmenssprecherin Claudia Röhr. Die US-Mengen könnten dazu beitragen, die einheimischen Schwankungen am Wärmemarkt abzufedern beziehungsweise abzusichern. Mit seiner US-Produktion zielt German Pellets konkret auf die Heizungsmärkte in Dänemark, Deutschland, Italien, Österreich und Schweden. Die Transportkosten betrachtet Röhr nicht als das Problem. Sie würden nicht so sehr ins Gewicht fallen, wie es auf den ersten Blick scheine, wenn man nur die Entfernungen im Blick habe. „Der Transport per Schiff ist günstiger als der per Lkw quer durch Europa“, erklärt Röhr.

DIE VERSORGUNG WIRD BREITER

Auf die Kundenfrage: „Reichen die Pellets denn?“ können Installateure antworten mit: ja. Aber die zunehmende Nachfrage wird mehr und mehr auch international bedient und nicht mehr allein national. Was die Preise betrifft, wird sich der Import preisstabilisierend auswirken. Seit 2008 sind die Preise für Holzpellets in Deutschland stetig um rund 11% pro Jahr gestiegen. Das schürt ja auch die Sorge, wie sich diese Entwicklung fortsetzen könnte. Das entscheidende Kriterium wird immer der relative Preisabstand zu Heizöl oder Gas bleiben.

AUTOR: DITTMAR KOOP, JOURNALIST FÜR ERNEUERBARE ENERGIE, SCHWERPUNKT BIOMASSE

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